aus: Hellweger Anzeiger, Donnerstag, 10. Januar 2002

von Alexandra Rüth

Übungsplatz: Kreis-CDU für Biotop-System

Fraktion will Idee im Ausschuss vorstellen - Nachnutzung früh planen


HOLZWICKEDE • Die CDU-Kreistagsfraktion will die Nachnutzung des Truppenübungsplatzes in Hengsen nicht auf die lange Bank schieben. Noch vor Abzug der Bundeswehr fordert sie konkrete Planungen und stößt damit in das gleiche Horn wie bereits der Landschaftsbeirat.
Erhaltung des Landschaftscharakters, Sicherung der bisherigen Nutzer und gelenkte, naturverträgliche Naherholung - dafür sprechen sich nun auch die Christdemokraten aus. “Mit über 200 Hektar Fläche ist der Platz kreisweit eines der größten Gebiete, die wir für Natur und Bürger erhalten können“, so Rotraut Niemann, umweltpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion. Dieses Ziel könne nur als kreisweite Gemeinschaftsaufgabe gelingen. Kommunen, Politik, KVR und Fachleute sollten ein konsensfähiges Konzept entwickeln.
Nach Meinung der CDU könnte der Truppenübungsplatz mit den Naturschutzgebieten in Schwerte zu einem Gerüst für ein Biotop-Verbundsystem Unna-Süd werden. Vorstellen kann man sich, dass in der naturnahen Landschaft auch Lebensraum für alte Nutztierrassen geschaffen wird. Die Idee will die CDU nun im nächsten Umweltausschuss vortragen. Die Kreisverwaltung fordert man auf, zu prüfen, ob für dieses Vorhaben auch EUMittel fließen könnten.
Ferner beschäftigt die CDU die Frage, ob durch die Lagerung von Atomsprengköpfen auf dem Gelände der Raketenstation Strahlenbelastungen aufgetreten sind. Noch gibt es jedoch nichts Neues, wie Kreis-Pressesprecherin Sandra Waßen auf Anfrage mitteilt. "Wir rechnen allerdings noch in diesem Monat mit einer Antwort vom Ministerium."


aus: Westfälische Rundschau, Donnerstag, 10. Januar 2002

Truppenübungsplatz: CDU will Biotopverbund Unna-Süd


Kreis Unna. (peg) Das ausgedehnte Landschaftsschutzgebiet Truppenübungsplatz Opherdicke-Hengsen könnte gemeinsam mit den Naturschutzgebieten in Schwerte das Gerüst für ein Biotopverbundsystem Unna-Süd bilden.
Dies kann sich die CDU-Kreistagsfraktion gut vorstellen. Nach der Besichtigung des Truppenübungsplatzes im Dezember will die Kreis-CDU nun Schwung in die Sache bringen: Die Erhaltung des Landschaftscharakters, die Sicherung der bisherigen Nutzer und eine gelenkte, verträgliche Naherholung müssten voran getrieben werden. "Die einstweilige Sicherstellung des Gebietes ist sehr wichtig und richtig", so Fraktionschef Richard Heinzel. "Aber wir wollen, dass die Nachnutzung schon jetzt in aller Ruhe und konkret geplant wird." Der Truppenübungsplatz sei mit über 200 ha eines der größten Gebiete kreisweit, das für Natur und Bürger erhalten werden könne. "Das kann nur als kreisweite Gemeinschaftsaufgabe gelingen", meint auch die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion, Rotraud Niemann und fordert: "Darum sollte auch der Kommunalverband Ruhr in die Planung einbezogen werden."

Die Idee des Biotopverbundes Unna-Süd will die CDU in den nächsten Kreis-Umweltausschuss einbringen. Die Kreisverwaltung soll prüfen, ob dafür auch EU-Mittel eingefordert werden können.

Um das Projekt auf sichere Füße zu stellen, müssten Vertreter der betroffenen Kommunen mit Fachleuten aus dem Natur- und Umweltschutz ein tragfähiges Konzept entwickeln. Die CDU kann sich durchaus vorstellen, dass in der naturnahen Landschaft des Truppenübungsplatzes "auch Lebensraum für Nutztierrassen" geschaffen wird. "Wir sollten die Thematik des Truppenübungsplatzes kontinuierlich weiter bearbeiten und nicht warten, bis die Bundeswehr das Gelände räumt", fordert Heinzel.