aus: Hellweger Anzeiger, Dienstag, 09. Dezember 2003
Von Sebastian Smulka
Fraktionen schließen Waschkauen-Abriss aus
Caroline-Beirat sucht Alternative zur Nutzung als
Veranstaltungszentrum
HOLZWICKEDE • Die Gedankenspiele über einen Abriss der
Caroline-Waschkaue
könnten heute ein frühes Ende finden: Wenn am Nachmittag der
Projektbeirat zusammentritt, haben die Vertreter der Holzwickeder
Ratsfraktionen zumeist ein klares Nein mit im Gepäck. Statt
über einen Abriss wollen sie über neue
Nutzungsmöglichkeiten reden – auch wenn dies ein komplettes
Umdenken gegenüber der Idee eines Veranstaltungszentrum bedeuten
würde.
“Manches deutet darauf hin, dass die Entscheidung zum Abriss in den
Köpfen schon gefallen ist. Aber das kann es nicht sein, vor allem
wenn man sich bislang nur mit einer Lösung beschäftigt hat“,
kritisiert Heinrich Schlinkmann vom Bürgerblock. Von
Verwaltungsseite waren Bedenken an dem zuletzt diskutierten Konzept
eines Veranstaltungszentrums ins Spiel gebracht worden. In
Investorengesprächen habe sich herausgestellt, dass ein solches
Zentrum für die Anwohner eine zu große Belastung darstellen
könnte, vor allem durch den Lärm von Veranstaltungen und
Autos.
Deswegen am Grundsatzbeschluss zu rütteln, mit dem sich der Rat
für den Erhalt der Waschkaue ausgesprochen hat, geht den meisten
Fraktionen aber zu weit. Schlinkmann kritisierte, “dass sich da hinter
den Kulissen etwas bewegt, wovon wir gar nichts mitkriegen“. Auch die
Junge Liste vermisst offenbar die Transparenz in dem Verfahren – und
steht den bisherigen Vermarktungsbestrebungen von Verwaltung und
Landesentwicklungsgesellschaft skeptisch gegenüber, wie Thorsten
Ringholt erklärte. Jetzt will er konkret erfahren, was sich seit
der letzten Beiratssitzung getan hat. Am Erhalt der Waschkaue, sowie
des Steigerhauses und des Magazins halte seine Fraktion fest.
Ein kategorisches Nein zum Abriss kommt auch von den Grünen: Sie
wollen sich zugleich auf die Nutzung als Veranstaltungzentrum festlegen
– sollte sich kein Investor finden, mit der Maßgabe, dass die
Gemeinde als Betreiber auftritt, so der Grüne-Ratsherr Friedhelm
Klemp.
So konkret hat sich die CDU-Fraktion nicht festgelegt: Die Nutzung als
Veranstaltungszentrums sei von den politischen Gremien der Gemeinde nie
als Favoriten-Lösung ausgewiesen worden, gab der
Fraktionsvorsitzende Rolf Kersting zu bedenken. Deswegen stehe man in
der Nutzungsfrage “noch ganz am Anfang“. Wobei auch Kersting
unmissverständlich auf den Punkt bringt: “Wir sind für den
Erhalt.“ Er selbst wolle heute Ideen für eine Nutzung vorschlagen.
Einzig die SPD und die FDP kündigten an, sich in der Diskussion
völlig offen zu halten. “Es darf nicht verboten sein, wenn der
Bürgermeister auf Dinge hinweist, die die Bürger belasten
würden“, sagte SPD-Fraktionschef Bodo Fehser gegenüber
unserer Redaktion. “Und wenn so ein Ding als Veranstaltungszentrum
genutzt wird, hat man da nun mal sieben Tage in der Woche Betrieb“.
Auch FDP-Fraktionschef Erich Brauckmann hält die Belastung durch
ein Veranstaltungszentrum für unzumutbar. Der Diskussion im Beirat
wolle er aber ohne Vorbehalte folgen. “Wir sind zu allen Seiten offen“,
sagte er, “kleben aber auch nicht an dem Gemäuer.“