aus: Hellweger Anzeiger, Donnerstag, 11. Dezember 2003

Von Sebastian Smulka

Rausinger Halle gegen Waschkaue

CDU schlägt Markthalle vor
LEG soll Investoren suchen

HOLZWICKEDE • Waschkaue oder Rausinger Halle – vor dieser Frage wird der Gemeinderat im Frühjahr des nächsten Jahres stehen. Am Dienstag beauftragte der Projektbeirat der Neuen Caroline die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), “auf breiter Basis“ nach Nutzungsmöglichkeiten und Investoren für das Kauengebäude zu suchen. Ergebnisse erwartet Bürgermeister Jenz Rother noch vor Ostern. Sollte dabei ein schlüssiges Konzept herauskommen, müsste sich die Gemeinde von der Rausinger Halle trennen. “Beides zusammen, das werden wir uns nicht leisten können“, machte Rother deutlich.
Eine mögliche Alternative zur Nutzung der Kaue als Veranstaltungszentrum gab CDU-Fraktionschef Rolf Kersting der LEG mit auf den Weg. Ihm schwebt eine Markt- und Bürgerhalle vor, in der der “Rundgang“ der Waschkaue so umgebaut wird, dass dort kleinere Läden einziehen können. Die Haupthalle in der Mitte würde dann als überdachter Marktplatz den Bürgern einen Treffpunkt bieten. “Es müssen natürlich Geschäfte sein, die vom Flair her da reinpassen“, sagt Kersting, und zählt als Beispiele Bistros oder Anbieter von Kunsthandwerk auf.
Wichtig sei dabei, die Betreiber so zu wählen, dass sie den hiesigen Händlern keine Konkurrenz machen, wohl aber denen der Nachbarstädte. Denn im Bistro sitzen und das Treiben auf einem öffentlichen Platz zu betrachten, liege dem Holzwickeder – bloß, dass er dafür zurzeit nach Dortmund oder Unna fahren muss. Vorteil einer solchen Halle wäre auch, dass bisherige Freiluftveranstaltungen wie die Kino-Nacht des HSV witterungsunabhängig angeboten werden können.
Das Konzept der CDU würde die bisherigen Pläne einer eigenen Ladenzeile auf der Neuen Caroline ablösen, in der die Christdemokraten eine Konkurrenz für die ohnehin von Leerständen geplagten Hauptstraße sehen. Zudem schätzt Kersting, dass die Umbaukosten für die Waschkaue bei dieser Nutzung niedriger ausfallen, als die zwei Millionen Euro, die für den Umbau zu einem Veranstaltungszentrum veranschlagt waren.
Ob der Vorschlag machbar ist, wird die LEG nun prüfen. Wobei Bürgerblock-Ratsherr Wilfried Brinkmann im Projektbeirat nochmals warnte, historische Gebäude allzu leichtfertig dem Rotstift zu opfern: “Wir müssen die Liebe zum Gebäude entdecken. Wenn ich so ein Objekt nur nach wirtschaftlichen Faktoren betrachte, habe ich schon verloren.“