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aus Hellweger Anzeiger: Freitag, 24. September 2004

Es bleibt bei der Politik der Kompromisse

SPD und CDU wollen auch nach der Wahl keine Voll-Blockaden aufbauen

Von Sebastian Smulka

HOLZWICKEDE • Mehrheiten waren im alten Gemeinderat nur möglich, wenn mehrere Parteien an einem Strang zogen. Und das soll auch so bleiben.

Weder SPD noch CDU erwarten von der Wahl so große Veränderungen im Rat, dass eine Partei die absolute Mehrheit bekommt. Das war eine der Erkenntnisse, die die Podiumsdiskussion von KAB und Kolpingfamilie am Mittwochabend ergeben hat. „Es bleibt eine Suche nach Kompromissen, alle müssen an einem Strang ziehen“, gab CDU-Bürgermeisterkandidat Helmut Krause seine Einschätzung über die zukünftige Ratsarbeit zum Besten. Amtsinhaber Jenz Rother (SPD) dürfte damit leben können: „Wir haben im Rat keine Mehrheiten. Deshalb müssen wir Gespräche führen, um diese Mehrheiten zu schaffen, auch mit anderen Fraktionen. Das hat Holzwickede nach vorn gebracht, und ich bin stolz darauf, dass die großen Entscheidungen alle mit sehr stabilen Mehrheiten getroffen wurden.“
Kritisch bewertete dagegen BBL-Chef Wilfried Brinkmann den Politikstil der vergangenen fünf Jahre. Vor allem der CDU warf er vor, es mit dem Prinzip von Verhandlung und Kompromissfindung übertrieben zu haben: Sie habe ihre Aufgabe als Oppositionspartei völlig vernachlässigt und stattdessen eine „Co-Führungsrolle“ angenommen.
Im Publikum war darauf ein eher skeptisches Raunen zu vernehmen. Mit gut 300 Gästen war das Forum im Schulzentrum gefüllt. Allerdings war der Anteil von Parteimitgliedern im Publikum hoch. Moderator Heinz Hemmerich bat bei der Fragerunde für das Publikum darum, keine „Co-Referate“ zu halten, und die Fragesteller hielten sich auch daran.
Neben den Parteimitgliedern nutzten auch unorganisierte Bürger die Gelegenheit, vor allem den Bürgermeisterkandidaten Fragen zu stellen. Sie drehten sich um Dauerthemen wie die Verkehrssituation und die Wohnbebauung, aber auch um vermeintlich kleinere Sorgen: Ob man nicht etwa beim Weihnachtsmarkt auch den Wochenmarkt verlegen könne, wollte zum Beispiel ein Bürger wissen. „Dann könnten die Vereine ihre Stände mal in Ruhe aufbauen.“

Bildunterschrift unter einem Foto des Podiums: Die Bürgermeister- und Spitzenkandidaten der sechs Ratsparteien stellten sich den Bürgern.
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