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aus Hellweger Anzeiger: Donnerstag, 30. September 2004

Ideen-Schmiede oder Quasselbude?

Nach der Ratsvergrößerung muss sich auch die Politik um Effizienz bemühen

            Von Sebastian Smulka 

Holzwickede • Welcher Ausschuss ist wirklich sinnvoll? Der Vorstoß der Jungen Liste löst in der Politik Kontroversen aus. 

Um die Mehrausgaben von mindestens 17 000 Euro jährlich auszugleichen, schlug die Junge Liste unter anderem eine Fusion von Ausschüssen vor (wir berichteten gestern). Damit wirft die JL eine Frage auf, die nach der Ratsverkleinerung 1999 zunächst beantwortet schien: die nach der Effizienz der politischen Arbeit.  
SPD und CDU wollen sich  einer Debatte um die Ausschüsse nicht verschließen: Die Großfusion der Ausschüsse für Bauen, Planen, Verkehr und Umwelt lehne man zwar ab („da würden wir eher zwei draus machen"), doch generell sei seine Partei nicht abgeneigt, Ausschüsse zusammenzulegen, so SPD-Chef Michael Klimziak. Ähnlich der CDU-Vorsitzende Frank Lausmann: „Die Effizienz muss natürlich gewahrt bleiben. Es gibt jetzt schon echte Mammut-Ausschüsse, und wenn man die zusammenlegt, müssten sie vermutlich häufiger tagen und nichts wäre gewonnen." Andererseits sehe auch die CDU die Notwendigkeit zum Sparen und über den Umweltausschuss könne man reden.  
Bei den anderen „kleineren" Fraktionen stößt die Idee der Jungen Liste dagegen auf weniger Gegenliebe. „Wichtiger ist die Frage, wie viele Mitglieder die Ausschüsse haben", so der FDP-Fraktionsgeschäftsführer  Erich Stock. Die FDP sei in jedem Fall dagegen, die Zahl der sachkundigen Bürger zu verringern: Das würde keinesfalls zu den gewünschten Einsparungen führen, aber die Arbeit der kleinen Fraktionen erschweren. Sie müssten die Ausschüsse mit Ratsmitgliedern besetzen - und da die FDP nur drei hat, wäre deren Belastung ungleich höher als bei den größeren Fraktionen. 
Der Bürgerblock hat sich mit dem Thema zwar noch nicht befasst, doch sein Vorsitzender  Wilfried   Brinkmann schilderte seine persönliche Meinung: Er halte den JL-Vorschlag „gelinde gesagt für völligen Quatsch". Planungs- und Umweltausschuss etwa seien zwei Gremien, die von ihren Zielen her völlig andere, teils gegenläufige Ansätze hätten. Auch Brinkmann vermutet: „Was dadurch eingespart werden kann, das sind Peanuts."

Bildunterschrift unter einem Foto des Sitzungssaals im Rathaus: Der Sitzungssaal des Rathauses ist die Arbeitsstätte aller Ausschüsse. Wie viele Grämen nach dem 14. Oktober bestehen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

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