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aus Hellweger Anzeiger: Mittwoch, 22. September 2004

„Ein Symbol, dass nichts völlig hoffnungslos ist"

Serie zur Wahl: Mit Helmut Krause an der Emscherquelle 

Von Sebastian Smulka

HOLZWICKEDE Helmut Krause schaltet ab. Lässt sich die letzten Sonnenstrahlen des Sommers ins Gesicht scheinen und atmet tief durch. Er lud uns in die Abgeschiedenheit der Emscherquelle.

Schön ist es hier", sagt der Mann, der praktisch aus dem Nichts heraus Bürgermeister von  Holzwickede werden will. Seinen Blick über die Landschaft an der Emscherquelle schweifen lassend, wirkt Krause ungewohnt entspannt. Und gerät ein wenig ins Philosophieren. „Dieser Ort hat auch etwas Symbolisches, wenn man überlegt, welches riesige Gebiet hier an der Emscherquelle seinen Ursprung hat. Es zeigt, wie aus dem Kleinen etwas ganz Großes werden kann - und dass nichts hoffnungslos ist." 
Hoffnung braucht Krause in diesen Tagen. Als die CDU ihren Kandidaten präsentierte, waren selbst eingefleischte CDU-Anhänger skeptisch. Nicht etwa, weil Krause Krause ist, sondern weil er aus Heeren-Werve kommt. Und einen Bürgermeisterkandidaten von Auswärts zu rekrutieren, das schien manchem zu abwegig.
Krause dagegen glaubt an seine Chance. „Dass es meine Aussichten schmälert, dass Jenz Rother ein alteingesessener Holzwickeder ist, ist mir klar. Aber nach den Gesprächen, die ich in den letzten Wochen mit Bürgern geführt habe, geht es mir besser.
Er selbst sieht es gar nicht als problematisch an, ais Mensch von außerhalb einen Bürgermeisterposten zu bekleiden, weil Krause die Sache aus dem Blickwinkel des Verwaltungsmenschen sieht. Schließlich vereint das Amt des Bürgermeisters seit 1999 zweierlei: Das des politischen, vom Rat gewählten Bürgermeisters, und das des Gemeindedirektors, das für einen Verwaltungsmenschen mit Krauses Qualifikation zunächst ein rein berufliches Ziel ist. Krause selbst benutzte in den vergangenen Wochen häufig den Vergleich mit einem Bewerbungsverfahren. Den Schülern des  Gymnasiums erklärte er: „Wenn ihr euch in einer Firma bewerbt, deren Personalchef aber nur Leute aus dem eigenen Ort einstellt - das wäre doch ungerecht.
Krause will karrieremäßig vorwärts kommen, und Holzwickede ist ihm ein attraktives Ziel. „Da macht man sich natürlich Gedanken drüber. Eine Großstadt zu leiten, würde ich mir nicht zutrauen, aber eine Gemeinde in der Größe Holzwickedes schon. Als nächstes versuche ich, die Leute kennen zu lernen. Und die Gemeinde muss so schon sein, dass ich mit meiner Familie auch dorthin ziehen will." Diesen Prüfprozess hat Krause in den Monaten vor seiner Nominierung auch mit Holzwickede durchgezogen. Und das Ergebnis schien ihn zufrieden zu stellen.
Krauses bisheriger Weg wirkt von außen betrachtet wechselhaft, doch immer hatte er mit Verwaltungsangelegenheiten zu tun. Ais junger Mann wollte er Polizist werden, hatte die Aufnahmeprüfung bereits bestanden. Dann stürzte er bei einem Freizeitunfall fünf Meter in die Tiefe, brach sich zwei Rückenwirbel. Statt in die Kreispolizeibehörde steckte ihn der Landrat in die Kreisverwaltung, doch da gab es nach seiner Ausbildung keine Planstelle. Krause ging zwölf Jahre zur Bundeswehr, als Stabssoldat. Danach folgten ein Jahr Kirchenverwaltung und die Kreisgeschäftsstelle der CDU  - mit der Krause durch ein schwer zu beschreibendes Band verbunden ist. Vor den Schülern des Gymnasiums bekannte er zuletzt, er habe als junger Mann auch mit den Ideen der Grünen sympathisiert. Was ihn mit 17 in die CDU hat eintreten lassen, sei vielleicht der Umstand gewesen, dass die CDU noch am ehesten für die christlichen Werte stehe, in denen der Katholik aufgewachsen ist. Einen großen Anteil an der Entscheidung hätten aber auch die Personen in seinem Ortsverein gehabt.
Eine Parteien-Marionette will Krause jedenfalls nicht sein. Letztens am Wahlkampfstand sagte ihm ein Bürger: „Ist mir egal, wer sie sind oder wo sie herkommen. Wenn sie für die CDU antreten, wähle ich sie." Krause gab sich erschüttert:  „Ich glaube, ich bin nicht der richtige Mann für sie."

Helmut Krause 

Der 46-Jährige arbeitet als Kreisgeschäftsführer seiner Partei und wohnt in HeerenWerve. Krause gehört der katholischen Kirche an, ist verheiratet und Vater einer 16-jährigen Tochter. Seine Hobbys sind Radfahren und Wandern - früher Laufen“.


Bildunterschrift unter einem Foto von Helmut Krause vor der Emscherquelle:
Helmut Krause genießt die Stille an der Emscherquelle. Seinen Lieblingsplatz hat er bei einer Radtour entdeckt. Neben der Stille und Schönheit des Ortes macht er in der Quellregion eine besondere Symbolkraft aus. 

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