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aus Westfälische Rundschau, Freitag, 19. März 2004

Waschkaue: Kein Konsens über Verkauf 

Holzwickede. (peg) Positiv überrascht zeigte sich die Politik vom ersten Kauf- und Nutzungsangebot für die Waschkaue und das Steigerhaus auf der Carolinefläche (wir berichteten gestern). Allerdings: Über einen Verkauf der alten Gebäude herrscht längst noch kein Konsens.

Zwar ist das über das Holzwickeder Architekturbüro Busemann und Böcker eingereichte Angebot noch keiner Fraktion bekannt. Dass aber überhaupt schon ein Investor konkretes Interesse zeigte, sei wurde als positiv gewertet. Thorsten Ringholt. "Mit diesem Angebot müsste ein Abriss ja eigentlich schon kein Thema mehr sein." Der JL-Sprecher befürchtet jedoch, dass die alte Bausubstanz trotzdem durch Wohnbebauung ersetzt wird. "Weil das am einfachsten und profitabelsten ist", werde sich die Gemeindespitze nicht lange gegen einen Abriss sträuben. "Wir sehen ja, wie der Bürgermeister schon dieses erste Angebot niedermacht." Außerdem drängt die Zeit: Es gibt für alle Gebäude schon Abrissgenehmigungen und bis zum Sommer muss eine Entscheidung fallen.

Dabei: CDU-Sprecher Kersting könnte sich mit dem Nutzungskonzept des Investors durchaus anfreunden. "Es liegt ja etwas auf unserer Linie, wenn die Bürger die Waschkaue nutzen könnten. Falls das Angebot ordentlich ist und passt - warum nicht?". Nur einen Hallenkomplex, den allein die Gemeinde unterhält, schließe die CDU aus.

Ein großes Veranstaltungszentrum ist auch für den Bürgerblock kein Thema mehr. Heinrich Schlinkmanns favorisierte Nutzung der Waschkaue ist aber noch immer der "Ersatz für die Rausinger Halle". Denn "die Nutzung durch die Bürger" habe für den Bürgerblock Priorität. Für die Grünen ist der Erhalt der Gebäude das wichtigste. Friedhelm Klemp: "Einen rentierlichen Verkauf erwarten wir auch nicht unbedingt." Die gelegentliche Nutzung für öffentliche Veranstaltungen sei akzeptabel. "Für größere Veranstaltungen ist der Standort Rausinger Halle viel besser geeignet. Darum wollen wir auch die Rausinger Halle unbedingt erhalten."

"Auch wir haben uns noch nicht von einer öffentlichen Nutzung verabschiedet", betont SPD-Sprecher Michael Klimziak. "Aber diese Lösung muss auch realistisch und finanzierbar sein. Einen Erhalt der alten Bausubstanz um jeden Preis wird es mit der SPD nicht geben." Übereinstimmend erklärten alle Parteien, vor einer Entscheidung - wie im Beirat verabredet - zunächst noch weitere Angebote einholen und Nutzungsmöglichkeiten zu suchen.

Bildunterschrift unter einem Foto der Waschkaue:
Auch für Investoren durchaus attraktiv: die alte Waschkaue auf der Carolinefläche.

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