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aus Hellweger Anzeiger: Samstag, 27. August 2005

Noch verbindet Brücke nicht

Bürgerbegehren schürt Emotionen

        Von Gabriele Hoffmann

Holzwickede • Die einen wollen das Beste für Bürger. Die anderen sind überzeugt davon, dass die Bürger eben das nicht wollen. Der Brückenschlag zwischen Nord und Süd lässt in diesen Tagen die Emotionen überschwappen.

Das Bürgerbegehren gegen die teuerste der vier Brückenkonzepte löste am Donnerstagabend eine nicht geplante Debatte im Hauptausschuss aus. Den Punkt Mitteilungen nutzte CDU-Fraktionsvorsitzender Rolf Kersting für eine Stellungnahme.
Das Bürgerbegehren sei grundsätzlich als ergänzende demokratische Entscheidung zu begrüßen, sagte er. Gleichwohl ging er mit den Beschwerdeführern hart ins Gericht. Der Vorwurf der Verschwendung von Steuergeldern dürfe nicht unwidersprochen bleiben, sagte er. Kersting erinnerte daran, dass alles in dem Baugebiet Caroline auf das Zusammenwachsen von Nord und Süd mit dem zentralen Punkt des Brückenvorplatzes und der Brücke selbst ausgerichtet sei. Trotz schwieriger Haushaltslage seien in der Vergangenheit immer Lösungen gefunden worden, die den Bürgern nicht zum Nachteil gereichten. Als Beispiele nannte Kersting die freiwilligen Leistungen und die gute Ausstattung der Schulen. „Nicht die billigste Lösung ist die beste, sondern die wirtschaftlichste“, rechtfertigte Kersting den Ratsbeschluss gegen die Stimmen von FDP und Junger Liste bei Enthaltung der Grünen.
Der Hinweis des CDU-Fraktionschefs darauf, dass die Initiatoren des Bürgerbegehrens in Hengsen wohnen, ließ den Grünen-Fraktionschef Friedhelm Klemp laut werden. Er nannte die Unterscheidung unredlich. „Es geht um die Kosten, da sind alle Bürger betroffen.“
Diesen Vorwurf wiederum wies der Angesprochene zurück. Es hätte nichts gegen die Hengsener, wunderte sich aber, dass das Begehren nicht von den direkten Anliegern ausgegangen ist.
SPD-Fraktionschef Bodo Fehser stimmte Kerstings Ausführungen zu und warf die Frage auf, wer die eigentlichen Initiatoren des Bürgerbegehrens seien. Hinter der Hand werden Vermutungen geäußert, dass die überstimmten Fraktionen hierbei eine Rolle spielen. BBL-Parteichef Wilfried Brinkmann befürchtet, dass mit dem Bürgerbegehren bewusst Emotionen geschürt werden sollen.
Während die Brücken-Parteien SPD, CDU und Bürgerblock fest zu ihrer Meinung und Abstimmung stehen, ist FDP-Fraktionschef Erich Stock davon überzeugt, dass die meisten Bürger grundsätzlich gegen die Brücke sind. Dass die kleinen Parteien das Bürgerbegehren initiiert haben sollen, bezeichnet er als Unterstellung. Wegen der (Folge)Kosten und weil es ganz in der Nähe zwei Unterführungen gibt, bleibt die FPD bei der ablehnenden Haltung zur Brücke und bei der Unterstützung des Bürgerbegehrens. Darin ist sich Stock mit seinem grünen Kollegen Klemp einig. Der stärkt den aufbegehrenden Bürgern den Rücken. Die genauen Kosten seien erst jetzt klar geworden. Die Junge Liste beteiligt sich nicht an den emotionalen Streitgesprächen, sammelt aber beim City Spaß Unterschriften für das Bürgerbegehren.
Bürgermeister Jenz Rother gab gestern in Sachen Kosten noch zu bedenken, dass die Durchführung eines Bürgerbegehrens auch runde 10 000 Euro kosten würde.


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