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aus Hellweger Anzeiger: Dienstag, 12. April 2005

Wortgefechte um die Bildungs-Politik

Podium im CSG erlaubt Systemvergleich zwischen CDU/FDP und SPD/Grüne

        Von Sebastian Smulka

HOLZWICKEDE •  Landtagskandidaten aus der Region lieferten sich gestern den ersten verbalen Schlagabtausch des Wahlkampfes. Dabei kamen sie ausgesprochen klar zur Sache.

Neben dem Friedrich-Bährens-Gymnasium in Schwerte ist das Clara-Schumann-Gymnasium zurzeit die einzige Schule im Südkreis, in der es eine Diskussion mit den Landtagskandidaten gab. Die Kandidaten selbst schienen der Einladung gern gefolgt zu sein: Die Gelegenheit, mit dem jeweils anderen „Lager“ abzurechnen, nutzten sie nach Kräften. Und vor allem Gabriele Kordowski (CDU) schien ihren Mitbewerbern klar machen zu wollen, dass sie ein zweiter Platz am 22.Mai nicht zufrieden stellen würde.
Ein erster Vergleich der vier Köpfe, die im Mai zur Wahl stehen, wurde es für die Schüler des CSG trotzdem nicht: Während Gabriele Kordowski, Gudrun Bürhaus (Grüne) und Günter Schmidt (FDP) persönlich erschienen, musste sich Wolfram Kuschke (SPD) vom Hammer Landtagsmitglied
Dr. Georg Scholz vertreten lassen. Was allerdings gelang, war ein klarer Systemvergleich: Zumindest mit Blick auf ihr Studium sollten die bereits wahlberechtigten Schüler nun eine fundierte Entscheidung treffen können – wie auch immer sie aussehen mag.
Auf der einen Seite stehen die fast deckungsleichen Konzepte von CDU und FDP, die sich offen für die Einführung von Studiengebühren aussprechen. Sie seien erforderlich, um die Ausstattung der Hochschulen zu verbessern und die Qualität der Lehre zu erhöhen. Sogar eine Beschleunigung des Studiums hält Günter Schmidt dadurch für möglich. Wichtig sei nur, dass die Gebühren tatsächlich den Universitäten zur Verfügung stehen und dass Bafög-Empfänger und Behinderte von der Gebühr ausgenommen würden, betonte Kordowski. Gebühren senken oder streichen will das christlich-liberale Lager dagegen in den Kindergärten, weil dort die Frühförderung für den späteren Bildungsweg geschehe.
SPD und Grüne pochen dagegen auf das kostenlose Studium. „Bildungschancen müssen unabhängig vom Einkommen bleiben“, so Dr.Georg Scholz. Er verwies auf die bereits begonnenen Reformen im Bildungswesen, die in der nächsten Legislaturperiode fortzuschreiben seien. So werde es nach der Einführung der Offenen Ganztagsgrundschule nun daran gehen, auch für die Klassen 5 bis 7 Nachmittagsangebote aufzubauen. Bereits auf den Weg gebracht ist die Verkürzung der Zeit bis zum Abi auf zwölf Jahre. Den Weg dorthin sollen regelmäßige Lehrstandserhebungen und zentrale Prüfungen für mittlere Reife und Abitur säumen, damit die Schulen mit landesweit vergleichbaren Leistungsanforderungen arbeiten.


Bildunterschrift unter dem Foto der Diskussionsteilnehmer: Lieferten sich leidenschaftliche Wortgefechte: Günter Schmidt (FDP), Dr.Georg Scholz (SPD), Gabriele Kordowski (CDU) und Gudrun Bürhaus (Grüne) mit Politiklehrer Gebhardt Brömmel als Moderator in der Mitte.

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