aus Westfälische Rundschau: Dienstag, 20.
September 2005
Kaum Hoffnung
auf neue Märkte in den Ortsteilen
Holzwickede. (peg) Die CDU sprach das Thema
im
Wirtschaftsförderungsausschuss diese Woche an: In Opherdicke und
Hengsen gibt es schon längere Zeit keine
Einkaufsmöglichkeiten mehr. Darunter leiden vor allem die
älteren Bürger.
Im Norden werden endlich ein neuer Aldi und Rewe angesiedelt:
"Könnt ihr nicht dafür sorgen, dass auch bei uns ein
Lebensmittelmarkt angesiedelt wird?", fragten immer wieder Hengser und
Opherdicker Bürger nach. "Wie stehen denn da die Chancen?", wollte
CDU-Sprecher Frank Lausmann im Ausschuss wissen.
Mindestens 600
m2 werden benötigt
Um es klar zu
sagen: Schlecht! Das wurde im Ausschuss ziemlich schnell
deutlich. Zwar waren sich alle Mitglieder einig, dass eine
Einkaufsmöglichkeit in den Ortsteilen mehr als nur
wünschenswert sei. "Aber Lebensmittelmärkte müssen heute
mindestens eine Verkaufsfläche von 600 bis 700 m2 haben",
erläuterte Wirtschaftförderer Detelf Nelle. "Darunter
können sie logistisch nicht mehr versorgt werden."
Die großen Ketten hätten ihre Lieferungen und Warenhaltung
derart optimiert, dass kleinere Läden von den Lieferfahrzeugen
nicht mehr angefahren, die neue Ware nicht mehr untergebracht werden
könne. Dies sei auch bei dem kleinen Plus-Markt auf der
Hauptstraße zu beobachten, in dem sich Kunden kaum umdrehen
könnten. Plus suche deshlab dringend einen neuen Standort.
Auch die Zahl der Stellplätze spielt eine Rolle: "Ein solcher
Markt braucht mindestens 50 bis 80 Parkplätze, besser noch 100."
Konflikte mit
den Nachbarn
Die Frage sei, ob
sich so viel Fläche in den Ortsteilen ausweisen
lässt - zu einem wirtschaftlichen Preis. "Dabei müsen ja auch
Konflikte mit Nachbarn wegen der Anliefer- und Kundenverkehre vermieden
werden", erinnert Nelle.
Das Kernproblem ist jedoch ein anderes, weiß Bürgermeister
Rother: "Solche Märkte müssen auch wirtschaftlich betrieben
werden können. Es gibt da genaue Kundenfrequenzen, die erreicht
werden müssen. Und da muss man ehrlicherweise sagen: Ein solcher
Markt kann vom Einkauf mit dem Fahrrad oder zu Fuß mit der
Plastiktüte nicht leben." Auch die Märkte an der
Stehfenstraße (Aldi/Rewe) seien von ihrer Kundenfrequenz auf die
Gesamtgemeinde ausgelegt, d.h. einschließlich der
Bevölkerung der beiden Ortsteile.
Für einen neuen Lebensmittelmarkt in den Ortsteilen gebe es nur
eine Chance: Eine mutige private Initiative - am besten in Eigentum,
damit keine Pacht anfällt.
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