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aus Hellweger Anzeiger: Mittwoch, 12. April 2006

Keine Satzung schränkt die Werbung ein

Fahnenmasten am neuen Einkaufsmekka im Wechsel mit jungen Bäumen

        Von Gabriele Hoffmann

HOLZWICKEDE Die Fahnen flattern schon im Wind, die Bauarbeiten gehen in die Endphase. Mitte Mai eröffnet Rewe, Aldi etwas später.

Viele Kunden warten auf die Eröffnung des neuen Einkaufszentrums an der Stehfenstraße. Auch politisch ist die Ansiedlung gewollt. Die Diskussionen reißen indes nicht ab. Hatte die CDU-Fraktion bekanntlich den Haushalt wegen der Kreiselfrage abgelehnt, so stört sich CDU-Ratsherr Theo Jura ganz persönlich an den Fahnenstangen.
In der Ratssitzung wollte er wissen, ob diese Masten in den Grünstreifen zulässig seien. Sie sind es. Weder die Kommune noch der Kreis müssen diese Werbeobjekte genehmigen. Nach der nordrhein-westfälischen Bauordnung sind die Fahnenmasten in Außenbereichen und erst recht auf Sondernutzungsflächen erlaubt.
Im Ortskern gelten andere Regeln. Da müssen Fahnenmasten und Werbeschilder ab einer bestimmten Größe beantragt und genehmigt werden.
Ansonsten haben die Gewerbetreibenden in Holzwickede eher freie Hand. Es gibt hier keine Gestaltungssatzung für Fassaden wie etwa in historischen und denkmalgeschützten Altstädten. Über die Ästhetik von Außenwerbung wird in Holzwickede nicht gesprochen. Lediglich einmal hat sich das Denkmalamt eingeschaltet, als es um eine zu aufdringliche Leuchtreklame in der Nähe des Rathauses ging.
Die Rewe-Fahnen sind Theo Jura vor allem deswegen ein Dorn im Auge, weil er befürchtet, dass kein Platz mehr für Bäume bleibt, die in diesem Grünstreifen eigentlich vorgesehen sind. Gestern morgen setzten Gärtner junge Bäume und zukünftige Schattenspender zwischen Parkplatz und Gehweg, auch zwischen die Fahnenstagen. Es passt also doch.
Wie der Verkehr durch die Stehfenstraße passt, wird sich zeigen. Nach den Sommerferien wird es eine Verkehrszählung geben. Auf deren Grundlage wird weiter über den Kreisverkehr an der Nachtweykreuzung beraten.
CDU, SPD und Bürgerblock haben sich bereits 2004 für den Kreisel als einzig sinnvolle Steuerung des zu erwartenden Verkehrsaufkommens nach Öffnung der Märkte ausgesprochen.
Weil mit dem Bau nicht vor 2007 begonnen werden kann, wurden die Mittel ins nächste Haushaltsjahr geschoben. Sehr zum Ärger der CDU, die schon längst mit den Vorbereitungen hätte anfangen und Baurecht schaffen wollen. Denn dass es zum Verkehrschaos kommt, davon sind die Christdemokraten mehr den je überzeugt. Das Beispiel findet Rolf Kersting gleich um die Ecke. In Geiseke sind Aldi und Rewe ebenfalls Nachbarn. „Da ist der Teufel los“, beschreibt der CDU-Fraktionschef die Verkehrssituation. Und in Holzwickede komme demnächst noch der Verkehr von der Neuen Caroline hinzu.


Bildunterschrift unter einem Foto der neuen Märkte an der Stehfenstraße: Die Fahnen flattern bereits im Wind und weisen den Weg zum neuen Holzwickeder Einkaufszentrum. Gestern wurden Bäume zwischen die Fahnenstangen gesetzt.

Bildunterschrift unter einem Foto der Stehfenstraße: Rollt hier bald das Chaos? Wie sich der Verkehr in der Stehfenstraße entwickelt, soll eine Verkehrszählung nach den Sommerferien zeigen.

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