aus Westfälische Rundschau: Mittwoch, 23.
August 2006
Friedrich-Ebert-Straße:
Politik schiebt Ausbau auf die lange Bank
Holzwickede. (peg) "Wir haben ein Problem mit dem
Boden", räumte Architekt Herbert Vennegeerts gestern beim
Ortstermin des Bau- und Planungsausschusses am Schulzentrum ein.
Zum Auftakt der Bauarbeiten für die neue Sportstätte wurden
mal eben 15 000 m3 Boden verschoben. Doch seit ein bis zwei Wochen
kommen die Bauarbeiten nicht weiter: "Wir brauchen zwei bis drei
trockene Tage, damit der Boden abtrocknen kann", erklärt
Vennegeerts. Zurzeit würde man bis zu den Waden im verschlammten
Unterboden für den geplanten Kunstrasen versinken.
Mit den Hochbauarbeiten (Umkleiden) kann aber nächste Woche
begonnen werden. Und wer weiß: Vielleicht können dann ja
auch die Drainagen für den Sportplatz verlegt werden. Der Planer
beruhigte die Ausschussmitglieder gestern aber: "Wir sind vielleicht
eine Woche mit der Zeit in Verzug, aber der Kunstrasen wird auf jeden
Fall termingerecht vor dem Winter fertig." Auch kostenmäßig
liege man im Plan.
Danach wurde die Sitzung im Rathaus fortgesetzt. Und hier nahmen die
Fraktionen dann auch (vorläufig) Abschied vom Ausbau der
Friedrich-Ebert-Straße mit Rad- und Gehwegen. CDU- und
SPD-Sprecher betonten zwar, dass sie am Ausbau festhalten. Da sich in
der durchgeführten Versammlung und Befragung der Anlieger "kein
klares Bild abgezeichnet" habe, schlugen SPD und CDU vor: Es sollte
nächstes Jahr erneut eine Bürgerversammlung durchgeführt
und darin eine "vernünftige einvernehmliche Lösung" gefunden
werden.
Dies sahen der Bürgerblock und die FDP im Ausschuss allerdings
ganz anders: Die Stimmung in der Bürgerversammlung sei "ganz klar
gegen einen Ausbau" gewesen - und nicht zum ersten Mal. Die Gemeinde
sollte den Bürgerwillen endlich respektieren und den Ausbau nicht
weiterverfolgen. Es bestehe kein Handlungsbedarf.
Beschlossen wurde schließlich einstimmig: In den
Haushaltsberatungen zum Jahreswechsel soll zunächst noch einmal
über den Ausbau beraten werden, da er nächstes Jahr ohnehin
nicht von der Gemeinde zu finanzieren sei.
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