aus Westfälische Rundschau: Freitag, 29.
August 2008
Umweltbeauftragte:
„Zwei Sammelsysteme
einfach zu teuer” – Windelsack für junge Familien kommt
Blaue Tonne
gegen Sammelcontainer
von Peter Gräber
Holzwickede. Die
blaue Altpapiertonne wird dazu führen, dass die
Papiersammelcontainer im Gemeindegebiet „bis auf ein oder zwei
Standorte” abgebaut werden. „Zwei verschiedene Sammelsysteme sind
einfach zu teuer”, erklärte Umweltbeauftragte Ulrike Hohendorff im
Ausschuss.
Der zeigte sich – zumindest in Teilen – völlig überrascht von
dieser Aussage. „Das haben wir aber bisher immer anders gehört”,
erinnerte Vorsitzender Frank Niehaus (Bürgerblock). Vor allem von
einem Wegfall ganzer Standorte von Sammelcontainern sei nie die Rede
gewesen. „Wenn ein Standort erst einmal weg ist, kriegen wir den nie
wieder”, fürchtet Niehaus. Dies dürfe schon deshalb nicht
passieren, weil es schließlich immer noch viele Haushalte gibt,
die – etwa aus Platzgründen – keine blauen Tonne bestellt haben.
Ein Beschluss wurde nach längerer Diskussion aufgeschoben. Es gebe
noch keinen Handlungsdruck, so Bürgermeister Jenz Rother. Die
Verwaltung werde zunächst beobachten, welche Container sich als
überflüssig erweisen. Diese sollen dann nach Bedarf abgebaut
und in Neubaugebieten keine neuen Standorte mehr eingerichtet werden.
Wie Hohendorff weiter mitteilte, haben 702 Haushalte die 240 l-Tonne
wieder abbestellt, 508 sind zur 120 l-Tonne gewechselt, 40 zu einer 1
100 l-Tonne. 309 haben zusätzliche eine 240 l-Tonne geordert, 49
haben die 120 l-Tonne wieder zur 240 l-Tonne zurückgetauscht. Im
weiteren Verlauf der Sitzung ging es um einen Antrag der
Kolpingsfamilie, einen Windelsack einzuführen, um junge Familien
zu entlasten. Mit nur einer Stimme Mehrheit empfahl der Ausschuss
schließlich gegen die Stimmen der FDP und SPD, den Windelsack in
der Gemeinde für Familien mit Kinder bis drei Jahren
einzuführen. Man will sehen, ob sich das System bewährt. Ziel
sei es, so die Befürworter von CDU, Grünen, Bürgerblock
und jungeliste im Ausschuss, junge Familien finanziell zu
entlasten. Die neuen Windelsäcke müssen im
Bürgerbüro abgeholt werden, weil nur dort über das
Melderegister sofort eine Bezugsberechtigung überprüft werden
kann. Die gefüllten Säcke müssen von den Familien
anschließend selbst zum Wertstoffhof gebracht und dort in zwei
mit Deckeln verschlossene Sammelcontainer gestopft werden. Die
Entsorgung der beiden 1.100 l-Container alle 14 Tage kostet laut
Verwaltung 5 000 Euro.
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