Beratungen des Haushaltsplanes 2010
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• Haushaltslage
• Situation
• Beitrag zur Haushaltssicherung und Bewertung der
Investitionen
- Außerordentlich wichtig sind
Maßnahmen für die Familie, Jugend und Schüler
- Bürgerschaftliches
und Vereinsengagement
sind Säulen unseres kulturellen Gemeindelebens und bleiben
unangetastet
- Synergien durch Zusammenarbeit mit
Nachbarkommunen nutzen
- Projektierte Baumaßnahmen mit
Fördergeldern
- Straßenbaumaßnahmen
- Bauliche Investitionen
- Investitionen
- Umwelt
- Grundstücke
- Stellenplan und Personalkosten
- Steuern
- Verwaltungsvorschlag zu
Ertragssteigerungen
- Verwaltungsvorschlag zu
Aufwandsreduzierungen
- Flughafen
- Schlussbetrachtung
Haushaltslage
Der am 10.12.2009 eingebrachte Entwurf der Haushaltssatzung der
Gemeinde Holzwickede schließt im Ergebnisplan mit 28,483 Mio. €
Erträge und 34,904 Mio. € Aufwendungen. Die Verringerung der
Ausgleichsrücklage zum Ausgleich des Ergebnisplanes wird auf 1,239
Mio. € und zur Verringerung der allgemeinen Rücklage auf 5,182
Mio. € festgesetzt. Somit schließt der Haushalt mit einem Defizit
in Höhe von 6,421 Mio. €. Dieses Planungs-Minus wird im
Wesentlichen bestimmt durch Mehraufwendungen für Kreisumlagen in
Höhe von 1,788 Mio. €, Mindereinnahmen bei Zuwendungen in
Höhe von 2,999 Mio. € und Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer
von rd. 800 T €. Für 2008 war mit einem Ergebnis von -2,820 Mio. €
geplant worden, wegen höherer Erträge lag das Defizit jedoch
nur bei 1,584 Mio. €, insoweit um 1,236 Mio. € besser. Planerisch ist
für 2009 von -2,716 Mio. € ausgegangen worden, tatsächlich
wird das Jahr mit -2,046 Mio. € abschließen, also eine
Verbesserung um 670 T €.
Der nicht ausgeglichene Haushaltsentwurf für 2010 führt dazu,
dass das planerische Defizit von 6,421 Mio. € zu verringern ist. Ziel
muss es sein, die Vorgaben des Haushaltssicherungskonzeptes 2010 bis
2014 zu erfüllen, um dem drohenden Nothaushalt zu entgehen.
Bereits bei Einbringung des Haushaltes haben wir die Devise ausgegeben,
den Gürtel enger zu schnallen, und zwar bis zur Wespentaille.
Somit kommen für 2010 alle Investitionen auf den Prüfstand,
es wird weniger investiert werden können, im Übrigen
müssen Investitionen auf die Zeitschiene gelegt werden.
Wir werden uns von der Kreativität des
Gestaltens
zur Kreativität
des Erhaltens wenden müssen.
Situation
Die Aufgabe des Rates bei Aufstellung des Haushaltsplanes liegt darin,
die Kommune mit den nötigen Finanzmitteln auszustatten, um ihren
Pflicht- und freiwilligen Aufgaben im Interesse der einzelnen
Bürger und der bürgerschaftlichen Solidargemeinschaft zur
Erfüllung ihrer gesellschaftlichen Aufgaben gerecht zu werden.
Dafür erhält die Gemeinde einen Anteil am
Einkommensteueraufkommen und Schlüsselzuweisungen, eigene
Einnahmen aus Grund- und Gewerbesteuer sowie aus Gebühren. Wegen
recht guter Steuerkraft unserer Gemeinde wurden die
Schlüsselzuweisungen in Vorjahren immer etwas gekürzt, die
Gewerbesteuer im Vergleich zu anderen Kommunen sprudelte, insbesondere
aufgrund des ECO-Ports. Jetzt hat uns die Einnahmeveränderung
derart getroffen, dass wir in 2010 durch die Wirtschafts- und
Finanzkrise 2,999 Mio. € weniger Zuweisungen bekommen und 800 T €
weniger Gewerbesteuer. Somit fehlen Erträge in Höhe von 3,799
Mio. €. Bei den Ausgaben dominieren die Kreisumlagen. Die Höhe der
allgemeinen Kreisumlage wird durch den vom Kreistag beschlossenen
Hebesatz bestimmt. Sie erhöht sich in 2010 um 1,033 Mio. € und die
differenzierte Kreisumlage für Jugendarbeit um 643 T €. In der
allgemeinen Kreisumlage sind soziale Leistungen enthalten, die bei
einem Anstieg der Arbeitslosenzahl und bei Ausweitung der Hartz
IV-Empfänger sowie aufgrund des Urteils des
Bundesverfassungsgerichtes vom 09.02.2010 noch enormer steigen
können.
Die sinkenden Steuereinnahmen einerseits und die steigenden Ausgaben
andererseits stellen unsere Gemeinde neben den anderen Städten und
Gemeinden des Landes Nordrhein-Westfalen vor ein schier unlösbares
Problem, dessen Ausmaß unsere Gemeinde haushaltsrechtlich noch
nie erlebt hat.
Unser Haushaltsproblem ist nicht hausgemacht, seine Ursache liegt schon
gar nicht in Holzwickede, wir sind nicht durch falsche oder
überhöhte Ausgabenpolitik in die Schieflage geraten, sondern
Opfer der Wirtschafts- und Finanzkrise. Während Bund und Land die
Maastricht-Kriterien für Neuverschuldungen überschreiten,
Milliarden zur Stützung in die Wirtschaft und an die Banken
geleitet werden, sind die Kommunen die Letzten in der Kette, ihnen
fehlt die Luft zum Leben.
In solch einer Situation kann sich die Gemeinde nicht anders verhalten
als ein Privatmann. In Privathaushalten mit gesichertem
Familieneinkommen können Bau- und Anschaffungswünsche solide
kalkuliert und finanziert werden. Fällt das Einkommen aus oder
geht enorm zurück, treffen die Familie noch unvorhersehbare
Ausgaben, so kann es bei der soliden Finanzplanung des
Familienhaushaltes nicht bleiben. Wünsche können vielleicht
nicht erfüllt werden oder aber erst zeitlich versetzt, wenn das
Einkommen wieder fließt.
Beitrag zur Haushaltssicherung und Bewertung der
Investitionen
Mahnungen an den Bund, das Land sowie den Kreis, uns als Gemeinde
Holzwickede zu helfen, haben alleine keinen Erfolg. Es ist Aufgabe der
Kommunen, konzertiert vorzugehen und auf die Finanzlage hinzuweisen. In
diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass größten
Wert auf das Konnexitätsprinzip gelegt wird, d. h. wer die Runde
bestellt, zahlt die Zeche.
Bei den Maßnahmen nimmt die CDU-Fraktion ein Ranking nach den
für sie unabdingbaren Prioritäten vor.
1. Außerordentlich wichtig sind
Maßnahmen für die Familie, Jugend und Schüler
- Schulentwicklungsplanung
wird
gemeinsam mit Unna betrieben, um Synergien zu nutzen
- Ziel ist die
Beschulung der Schüler aller Schulformen in Holzwickede.
- Der Bau der
Mensa ist gewünscht. Der Umbau und die Erweiterung der Mensa am
Schulzentrum würde für den Baubereich 799,3 T € und für
die Einrichtung 60 T €, also insgesamt 859,3 T € kosten. Dabei stehen
zur Zeit Fördermittel nicht zur Verfügung. Es sollte
zunächst der Schulentwicklungsplan abgewartet werden, um dann den
tatsächlichen Bedarf, auch unter Berücksichtigung
rückgehender Zügigkeit zu ermitteln. Die CDU-Fraktion
hält nach wie vor an der Mensa fest, hält jedoch den Bau in
den nächsten zwei Jahren für entbehrlich. Die Baupläne
liegen vor, es kann jederzeit ohne großen Vorlauf mit der
Erweiterung begonnen werden. Die Zeit ist zu nutzen, um den
tatsächlichen Bedarf zu ermitteln und Fördermittelprogramme
des Landes auszunutzen. Aus diesem Grunde entfällt zunächst
auch die Verlegung des Musikraumes.
- Wenn der
Beleg dafür angetreten wird, dass die PC-Ausstattung an der
Hauptschule nötig ist, wird darauf nicht verzichtet.
- Die
Bücherei, die ihre besondere Zielrichtung an Schüler hat,
wird nicht geschlossen. Die CDU-Fraktion spricht sich für den
Erhalt der Bibliothek am heutigen Standort aus.
- Die
Sozialarbeit an Grundschulen wird befürwortet, die Stelle ist
einzurichten. Sie korrespondiert nicht mit den eingesparten Kosten
für den Beigeordneten. Es sei darauf hingewiesen, dass im
„kleinen“ Holzwickede dann drei Schulsozialarbeiter tätig sind, um
sich der Defizite in der Erziehung und dem Verhalten von Schülern
anzunehmen. Das ist ungefähr dreimal soviel wie alle freiwilligen
Leistungen zusammen. Besorgnis wird aus den Schulen angemeldet. Schade
für eine Gemeinde mit Courage und ohne Rassismus.
2. Bürgerschaftliches und
Vereinsengagement sind Säulen unseres kulturellen Gemeindelebens
und bleiben unangetastet
- Keine
Kürzung der freiwilligen Leistungen an Vereine und Organisationen,
die nur beim Nothaushalt zur Disposition stehen. Alternative
Finanzierungsmodelle würde die CDU-Fraktion mittragen.
- Dem
Verwaltungsvorschlag, die Sportförderung / Jugendarbeit, die
Förderung der Städtepartnerschaften und der Seniorenarbeit um
jeweils 50 Prozent zu reduzieren (jährlich 20,2 T €), wird nicht
gefolgt.
- Der Zuschuss
zur Unterhaltung der Heimatstube in Höhe von jährlich 6 T €
steht für die CDU-Fraktion nicht zur Disposition. Ohne diesen
Zuschuss könnte die Heimatstube, die unser einziges Museum ist,
nicht überleben.
- Die
Überführung der Seniorenbegegnungsstätte in alternative
Rechtsformen sollte überprüft werden.
- Nutzungsentgelte
für
Sportstättennutzung können für Nutzer mit
gewerblicher Tätigkeit angepasst werden, für Vereine wird
dies abgelehnt.
- Gebühren
für
den Weihnachtsmarkt für gewerbliche Aussteller
können moderat angepasst werden, für Vereine wird dies
abgelehnt.
- Der Erhebung
von Nutzungsentgelten für das Forum bei der Nutzung durch Externe
wird zugestimmt.
- Einer
maßvollen Anpassung der Benutzungsgebühren der Bibliothek
wird zugestimmt.
3. Synergien durch Zusammenarbeit mit
Nachbarkommunen nutzen
- Es handelt
sich um ein Gebot der Wirtschaftlichkeit. Die bisherige Handlungsweise
in der Beschaffung (z. B. gemeinsame Bestellung von
Feuerwehrgerätewagen) und der Austausch von Geräten für
den Bauhof sollte ausgeweitet werden.
- Ob Synergien
durch Zusammenschluss bzw. durch Zusammenarbeit mit anderen
Energieversorgern entstehen, und zwar auf dem Gebiet der Wasser- und
Stromversorgung, ist angesichts der auslaufenden
Konzessionsverträge auszuloten. Präferenz wird gegenüber
keinem anderen Nachbarversorger ausgesprochen. Ziel ist der Preiserhalt
bzw. die Verbilligung der Verbrauchspreise sowie die Flexibilität
bei den Dienstleistungen. Dies ist ohnehin nicht für den Haushalt
2010 wirksam. Die Verwaltung wird beauftragt, Sondierungsgespräche
zu führen.
4. Projektierte Baumaßnahmen mit
Fördergeldern
- Am
Bahnhofsdurchstich von der Stehfenstraße sowie an der Park- &
Ride-Anlage wird festgehalten, jedoch zeitlich verschoben.
Mit der Ausweisung des Geländes an
der Stehfenstraße mit zwei großen Lebensmittlern ist die
Planung auf die Zuwegung zum Bahnhof vom Norden her abgestellt worden.
Aus diesem Grunde sind die beiden Unternehmen auch nicht parallel zu
den Gleiskörpern wie beim benachbarten Fachmarktzentrum gebaut
worden, sondern es ist die Mitte als Zugang und Zufahrt offen
gehalten worden. Die Bahn wollte seiner Zeit auf Gleise verzichten,
dadurch hätte die Park- & Ride-Anlage dort gebaut werden
können. Folglich wurden sämtliche Grundstücke entlang
der Bahn den Unternehmen veräußert, die dort
Parkflächen errichteten. Nachdem die Bahn nun auf die Gleise nicht
verzichtet, benötigt die Kommune Parkflächen für die
Park- & Ride-Anlage. Die Haltung der dort angesiedelten
Unternehmen, diese Parkflächen nur mit aufwendigem Ersatz sowie
mit Erweiterung ihrer Unternehmensfläche zur Verfügung zu
stellen, ist unverständlich, da ihre Unternehmen durch eine
weitere Zuwegung mehr Zulauf haben werden.
Nach der
Modernisierungsoffensive der Bahn wird im nächsten Jahr der
Bahnhof mit einem behindertengerechten Aufzug für 2,4 Mio. €
ausgestattet. Nach dem gegenwärtigen Stand würde die
Tunnelverlängerung zur Park- & Ride-Anlage
einschließlich der Anlegung von Ausgleichsparkplätzen,
Grunderwerb und Kompensationsmaßnahmen 3,855 Mio. € kosten. Der
Eigenanteil der Gemeinde Holzwickede läge bei 1,911 Mio. €. Diese
Verteuerung ggü. dem ursprünglichen Planungsansatz ist auf
das Verhalten der Bahn zurückzuführen, jetzt auf Gleise nicht
zu verzichten. Dadurch würden erhebliche zusätzliche
Ausgleichs- und Kompensationskosten entstehen.
Da die
CDU-Fraktion den Durchstich für unbedingt notwendig erachtet,
sollte im Interesse einer Kostenreduzierung die Umsetzung des Projektes
um ein Jahr verschoben werden. An die Verwaltung ergeht der Auftrag,
mit der Bahn zu verhandeln, ob nicht wenigstens auf ein Gleis
verzichtet werden kann. Kompensationsmaßnahmen der Form, wie sie
sich gegenwärtig darstellen, werden abgelehnt. Aus den
Verhandlungen mit der Bahn ergeben sich vielleicht neue Perspektiven,
die ggf. auch für die Grundstückseigentümer von
Interesse sein könnten. Eine Förderzusage für die Zeit
nach der Haushaltssicherung ist einzuholen.
Der Durchstich
wird zwar als ein Weg der Drei-Achsen-Lösung angesehen, aber auch
als wesentlichen Beitrag der Wirtschaftsförderung und der
Entwicklung der Bahn- und Industriebrachen.
5. Straßenbaumaßnahmen
- Der
Ausbau der Montanhydraulikstraße kann aus dem Finanzplan
gestrichen werden. Dem Vorschlag des Kämmerers wird damit gefolgt.
Der Ausbau wird auf die Zeitschiene gesetzt. Er wird erforderlich mit
dem Bau der Ostumgehung. Selbst wenn das Planfeststellungsverfahren
für die Ostumgehung noch in diesem Jahr eröffnet wird, ist
nicht damit zu rechnen, dass der Bauabschnitt ab neuem
Autobahnanschluss am Ölpfad schon die Montanhydraulikstraße
während des Haushaltssicherungszeitraumes erreicht hat.
- Der Bau der
westlichen Verbindungsstraße kann aus dem Finanzplan entfallen.
- Aufgrund des
harten Winters sind größere Unterhaltungsmaßnahmen zur
Beseitigung der Frostschäden durchzuführen.
- Die
Umgestaltung der Unterführung war zunächst aus Mitteln des
Konjunkturpaketes II angedacht, dann aber doch nicht zulässig. In
der gegenwärtigen Situation ist die Umgestaltung zwar dringend
geboten, aber nicht finanzierbar. Diesen Wunsch müssen wir
weiterhin vor uns herschieben und können ihn uns erst dann
erfüllen, wenn wir wieder liquide sind. Bis dahin hat mit
kleinsten Mitteln Reinigung der Stützfassaden mit
Hochdruckreinigern zu erfolgen. Abgegitterte Spalten zwischen den
Stützmauern sind zuzumauern.
- Die Anlegung
eines Schotterweges entlang der Schwerter Straße ist im Interesse
der Schulwegsicherung geboten und sollte bald möglichst angelegt
werden (24 T €).
- Die Anlegung
eines Fußweges entlang der Römerstraße /
Intückenweg (auf Dortmunder Gebiet) von der Teutonenstraße
bis zum Nelkenweg ist zu untersuchen und mit Dortmunder Beteiligung
abzustimmen.
6.
Bauliche
Investitionen
- Bereits mit
dem Haushalt 2009 hat die CDU-Fraktion Vorbehalte gegen den
Rathausanbau angemeldet, weil seine Finanzierbarkeit ungeprüft war
und nicht bereits Architektenplanungskosten ausgegeben werden sollten
für unbezahlbare Vorhaben. Die Zeit hat die Vision der Erweiterung
eingeholt und die CDU in ihrer Haltung bestätigt. Solange sich die
Erweiterung nicht rechnet und finanzielle Mittel fehlen, versagt die
CDU-Fraktion ihre Zustimmung.
- Mit der
Verabschiedung des Wirtschaftplanes 2010 für die Wasserversorgung
hat die CDU-Fraktion ihre Bedenken gegen den Ansatz der Baukosten im
Haushalt der Schönen Flöte und im Investitionsprogramm
für die Umgestaltung des Hauptgebäudes in Höhe von 500 T
€ (2010 = 200 T €, 2011 = 150 T €, 2012 = 150 T €) angemeldet.
- Jegliche
Investition in das Haupthaus, insbesondere für die vermieteten
Räume, wird für die Zeit der Haushaltssicherung gestrichen.
- Der Umzug
der Wasserversorgung in ein neues Gebäude ist der Haushaltslage
zum Opfer gefallen. Für die Zeit der Haushaltssicherung steht dies
nicht an.
- Dem
Vorschlag der Verwaltung, Kanalsanierungen zu reduzieren, zu strecken
und auf die Zeitschiene zu schieben, wird zugestimmt.
- Es wird ein
neues Spielplatzflächenkonzept erbeten.
- Die
Ampelanlagen mit akustischen Signalen zu versehen (45 T €), ist aus
Kostengründen zum gegenwärtigen Zeitpunkt entbehrlich.
7. Investitionen
- Dem
Vorschlag, die Anschaffung eines Feuerwehrlöschfahrzeuges zu
verschieben, wird zugestimmt (370 T €).
- Die
Umstellung des Alarmsystems auf Digitalband wird befürwortet (36 T
€).
- Zur
Effizienzsteigerung wird der Einsatz des Baubetriebshofes für
Investitionstätigkeiten, dies gilt auch für
Bauplanungsarbeiten mit Verwaltungspersonal, begrüßt. Damit
erhöhen sich die aktivierten Eigenleistungen.
8. Umwelt
- Energiemanagement
gehört
zu den Controlling-Aufgaben des Eigentümers. Von der
Verwaltung wird dies wie bei Privateigentümern erwartet.
- Ob
Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden sich rechnen,
ist zu untersuchen. Der vor zwei Jahren von den Grünen und jetzt
vom Bürgerblock gestellte Antrag ist eine sich ggf. ergebende
Folgerung aus dem o. g. Energiemanagement. Zu dem Abwägungsprozess
gehören neben Umweltüberlegungen Fragen der
Wirtschaftlichkeit, der Rentierlichkeit und der Auswirkungen auf den
Gesamtinvestitions- und Kreditrahmen der Gemeinde. Umwelt- und
Wirtschaftlichkeitswünsche dürfen auf keinen Fall zu Lasten
der Vitalität der Gemeinde gehen.
- Reduzierung
Strom- und Heizkosten (jährlich 166 T €)
- Dem von der
Verwaltung gesetzten Ziel, 20 Prozent der Kosten einzusparen, wird
gefolgt. Es ist beabsichtigt, am Nutzerverhalten zu arbeiten, dies gilt
besonders für Schulen.
- Im Herbst
2009 wurde der Beschluss gefasst, bis auf wenige Standorte die
Papiersammelcontainer abzuschaffen. Es erfolgte Zusage der Verwaltung,
diese wieder zu errichten, sobald die Abfuhr des Papiers über
blaue Tonnen nicht mehr kostenlos ist. Die CDU-Fraktion legt Wert
darauf, dass Bürger jederzeit ihr Papier kostenlos entsorgen
können.
9. Grundstücke
- Die
Vermarktung der Grundstücke im ECO-Port, auf der Caroline und auf
der Bredde ist unverändert fortzuführen. Günstiges
Bauland können Familien auf der Caroline erwerben. Außerdem
ist von der CDU daran gedacht, das Kasernengelände in preiswertes
Bauland für junge Familien umzuwandeln sobald die Caroline
komplett besiedelt ist.
10. Stellenplan und Personalkosten
- Die
CDU-Fraktion steht nach wie vor hinter der Besetzung der
Beigeordnetenstelle. Der letzte Beigeordnete war Kämmerer, diese
Aufgabe ist an den heutigen Kämmerer weitergeleitet worden.
Dagegen ist nichts einzuwenden. Der Beigeordnete in einer Gemeinde
unserer Größenordnung ist im Bereich der allgemeinen
Verwaltung nicht nur der Vertreter des Bürgermeisters, sondern
gehört als Spitzenbeamter zum obersten Führungsteam und
ergänzt den Bürgermeister, besonders wenn er nicht vom Fach
ist. Die gegenwärtige Situation führt zur
Kompetenzverlagerung auf die Fachbereichsleiter mit daraus folgenden
Beförderungen. Die Stelle muss nicht von außen besetzt
werden, wenn qualifizierte Bewerber sich aus dem Hause anbieten. Dann
wird einem die Aufgabe übertragen und es wird eine statt vieler
Beförderungen vorgenommen. Die zusätzliche Stelle eines
Beigeordneten mit 100 T € wird eingespart, für eine
Beförderung 6 T € aufgewendet.
- Dem
Vorschlag, wegfallende Stellen bis 2014 nicht wieder zu besetzen und
dafür 634 T € einzusparen, wird gefolgt.
- Personalaufwendungen
(2010
= 60 T €, 2011 = 196 T €, 2012 = 254 T €, 2013 = 312 T €, 2014 =
312 T €)
- Der
GPA-Bericht 2007 hatte ein neues Personalkonzept empfohlen. Dieses soll
im Laufe dieses Jahres erstellt werden. Aus der Neu- und Umorganisation
sind Konsequenzen zu ziehen. Dem Vorschlag der Verwaltung, im ersten
Schritt bereits ab heute Personal aufgrund natürlicher Fluktuation
einzusparen, wird zugestimmt. Es wird aber die neue Konzeption dringend
erwartet. Dieses Konzept ist für die CDU-Fraktion nicht ohne
Beigeordneten und damit Verlagerung von Arbeit auf die Fachbereiche
vorstellbar. Das neue Konzept muss den tatsächlichen qualitativen
und quantitativen Personalbedarf berücksichtigen und im Ergebnis
offen sein. Eine Umstrukturierung, die nur auf Aufgabenverteilung bei
Verzicht auf den Beigeordneten abzielt, wäre nicht umfassend
genug.
- Dem
Verwaltungsvorschlag, bei Neuausrichtung der Bibliothek Personalkosten
einzusparen, wird gefolgt.
- Bereits in
Vorjahren hat die CDU-Fraktion einen Wirtschaftlichkeitsvergleich
zwischen Fremd- und Eigenreinigung bei den Reinigungsdiensten
eingefordert. Trotz Feststellung, dass Fremdreinigung preiswerter ist,
konnte die CDU keine Mehrheit im Rat für die Wirtschaftlichkeit
erreichen. Umso erfreulicher ist es jetzt, dass die Verwaltung einen
solchen Wirtschaftlichkeitsvergleich vorschlägt. Gerne folgen wir
diesem Ansatz.
- Mit ihrer
Stellungnahme zum Haushaltsplan 2009 hat die CDU-Fraktion ihren Antrag
vom 25.02.2008 zum Bürgerservice in Erinnerung gerufen. Hierbei
geht es um bürgerfreundliche Verbesserungen der Servicedienste,
die kostenlos sind. Sie lassen sich sofort und einfach umsetzen, wenn
alle Mitarbeiter sich als wirkliche Dienstleister für den
Bürger verstehen. Wer nicht an diesem Ziel mitarbeitet, hat
bürgernahe Verwaltung nicht verstanden. Der Bürgermeister ist
aufgefordert, sich nicht nur als Repräsentant der Bürger zu
verstehen, sondern als deren Anwalt.
11. Steuern
- Die
Anpassung der Steuerhebesätze wie auch von Einzelsteuern ist das
letzte aller Mittel. Die ausgebliebenen Einnahmen sind nicht auf zu
niedrige Steuern zurückzuführen. Im Übrigen orientiert
sich die Gewerbesteuereinnahme an den landesweiten Orientierungsdaten
von minus 10 bis 15 Prozent, die so nicht eintreten müssen.
Abweichend vom Trend haben wir in Holzwickede in den letzten Jahren
jeweils Gewerbesteueraufkommensteigerung erfahren dürfen. Deshalb
spricht sich die CDU-Fraktion gegen eine Anhebung der
Gewerbesteuerhebesätze aus.
- Die
Erhöhung der Grundsteuer A (von 252 auf 262 Prozent) = 1 T € und
der Grundsteuer B (von 404 auf zunächst 415 Prozent = 58 T € und
später auf 430 Prozent) trägt die CDU für den
Konsolidierungszeitraum mit. Danach sind die Hebesätze wieder zu
senken.
- Der
Erhöhung der Hundesteuer um 1 € pro Monat wird zugestimmt
(jährlich 13 T €).
12. Verwaltungsvorschlag zu
Ertragssteigerungen
- Dem
Vorschlag, für kostenpflichtige Einsätze der Feuerwehr
Gebühren zu erheben, wird gefolgt (jährlich 10 T €).
- Dem
Vorschlag, Erträge aus Wohngebäudevermietung, wie am
Baubetriebshof, zu steigern durch Vermietung leerstehender
Wohnräume (jährlich 4,8 T €) wird zugestimmt, wenn die
Vermietung rentierlich ist. Kosten, die für die Vermietbarkeit
aufgewendet werden müssen, sind gegenzurechnen.
- Der
Anpassung der Sachkostenpauschale ARGE (jährlich 10 T €) und der
Optimierung der Sondernutzungsgebühren (jährlich 4 T €) wird
zugestimmt.
- Bußgelder
für
Falschparker sind verstärkt einzutreiben (jährlich 5
T €). Dabei geht es weniger um ruhenden Verkehr im Ort als um falsche
Flughafenparker im Norden der Gemeinde.
13. Verwaltungsvorschlag zu
Aufwandsreduzierungen
- Die
Einsparung in Höhe von 25 Prozent für
Telekommunikationskosten wird begrüßt (jährlich 22,5 T
€ bis 23,5 T €).
- Auf dem
Gelände des Bauhofes ist die Rettungswache untergebracht, aber
auch nicht 24 Stunden täglich besetzt. Der Vorschlag der
Verwaltung, die Rettungswache am Bauhof aufzugeben, sollte untersucht
werden (jährlich 8,3 T € bis 9,9 T €). Dabei ist der
Rettungsbedarfsplan zu beachten und abzuwägen, dass keinerlei
Nachteile entstehen, wenn während der heutigen Vorhaltezeiten der
Rettungswagen von der Florianstraße in Unna statt vom Bauhof
anfährt.
14. Flughafen
Seitens des Dortmunder Flughafens wird seit längerer Zeit
angestrebt, die Tonnage und damit das Abfluggewicht anzuheben sowie die
Betriebszeiten mit verschobener Verspätungsregelung auszuweiten.
Dass Fluggesellschaften Dortmund den Rücken kehren, weil sie im
Verlaufe eines Tages nicht mindestens vier Umläufe schaffen, ist
im Hinblick auf den Herbst-Winter-Frühlings-Flugplan
äußerst bedenklich. Die Auslastung während dieser
Zeiten erlaubt z. T. nicht einmal einen Umlauf. Die Liberalisierung und
die Wettbewerbssituation führen infolge Sättigung zu einem
Verdrängungsprozess. Die Betriebszeitenänderung führt zu
der Vermutung, dass außerhalb der heute geltenden Zeiten andere
als Personenflieger starten und landen. Gegen die eine verspätete
Maschine, die noch nach Landeschluss einfliegt, hat wohl niemand
Bedenken. Bislang hat der Flughafenbetreiber keine Garantie dafür
ausgesprochen, dass Nacht- und Frachtflug nicht stattfinden. Dagegen
siedeln sich auf dem Flughafengelände Logistik-Unternehmen an.
Die CDU-Fraktion Holzwickede spricht sich im Interesse der Holzwickeder
Bürger gegen eine Verlängerung der Start- und Landebahn, eine
Erhöhung des Abfluggewichtes, die Ausweitung der Betriebszeiten
sowie gegen den Nacht- und Frachtflug aus. Die heutige Regelung erlaubt
größere Auslastung ohne die Lebensqualität der
Holzwickeder Bürger zu beeinträchtigen und sie unzumutbarem
Lärm auszusetzen.
15. Schlussbetrachtung
Bei Einbringung des Haushaltes und der sich bis zur Zeit darstellenden
Haushaltslage droht der Nothaushalt. Damit wären so gut wie alle
Investitionen und sämtliche freiwilligen Leistungen gestrichen.
Mit den o. g. Maßnahmen, die von der CDU vorgeschlagen werden,
die zeitlich verschoben werden, und den Verwaltungsvorschlägen,
denen die CDU folgt, kann dem Nothaushalt entgangen werden. Damit
lassen sich die zusätzlichen v. g. Vorschläge umsetzen und
mit der Haushaltssicherung bis zum Jahr 2014 der Haushalt wieder
ausgleichen.
Wir wünschen, dass es uns gelingt, dem Nothaushalt zu entgehen und
mit der Haushaltssicherung zumindest das im Interesse der Bürger
umzusetzen, was nötig ist. Schuldig an der Misere ist nicht die
Politik, ist nicht der Kämmerer, sind nicht die Politiker aus Bund
und Land, sondern diejenigen, die mit Finanzderivatgeschäften bzw.
unseriösen Wertkalkulationen ohne Maß zum Zusammenbruch der
Finanzmärkte beigetragen haben.
Unser blühendes Holzwickede wird diesen Engpass bewältigen,
alle wichtigen Maßnahmen werden durchgeführt, aber eben
nicht sofort. In Sachen Ostumgehung, Durchstich, Unterführung usw.
üben wir uns in Geduld.
Alle in der vorstehenden Stellungnahme der CDU-Fraktion zum Haushalt
2010 aufgestellten Forderungen werden zu Anträgen erhoben.
Die Stellungnahme wird unter www.cdu-holzwickede.de ins Internet
gestellt.
Holzwickede, den 14.02.2010
Rolf Kersting
Fraktionsvorsitzender
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