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aus Westfälische Rundschau: Mittwoch, 26. Mai 2010

Bauwerk spaltet weiter die Gemeinde: Notwendige Entwicklungsvoraussetzung oder Mahnmal für Steuergeldverschwendung?

Caroline-Brücke: Gespanntes Warten auf die Rechnung

            Von Peter Gräber

Holzwickede.  Frisch aus dem Urlaub zurück, wollte Fachbereichsleiter Jens-Uwe Schmiedgen die Gesamtkosten von 2,5 Mio. Euro für die Caroline-Brücke (wir berichteten) gestern so nicht bestätigen:  „Letzter offizieller Stand der Kosten sind rund 1,8 Millionen Euro. Inzwischen hat die Arge, die die Brücke baut, uns allerdings mitgeteilt, dass weitere Stillstandskosten hinzukommen werden. In welcher Höhe, wissen wir noch nicht genau.” Schmiedgen geht davon aus, dass die Arge in ein oder zwei Wochen eine neue Zwischenrechnung vorlegen wird. „Hier vorzeitig eine Zahl zu nennen, wäre unseriös.”
Keinen Zweifel lässt Schmiedgen jedoch daran, dass Mehrkosten anfallen werden: wegen der erforderlichen Verdichtungsarbeiten (Bodenverbesserung) für den Mittelpylon, wegen des erneuten Einsatzes des Kampfmittelräumdienstes, weil ein Schutzgerüst für die Oberleitungen auf Verlangend er Bahn nachträglich aufgebaut werden musste und wegen der langen Stilllegung der Bauarbeiten.
Nachdem die Baukosten auf 1,8 Mio. Euro geschnellt waren, hatte die Gemeinde bereits ihren Förderantrag nachgebessert. „Inzwischen hat die Bezirksregierung mitgeteilt, dass man auch die Mehrkosten fördern wird”, sagt Schmiedgen. Auch darum sei es schwierig, die Gesamtkosten von Caroline neu zu beziffern, in denen sich auch die Kosten für die Brücke verstecken: Es gebe keinen Zeitplan für die Förderung, ebenso wenig für eine Endabrechnung mit der Treuhand. „Das passiert alles abschnittsweise und hängt auch davon ab, wie schnell das Gebiet vermarktet und entwickelt werden kann.”
Die Politik reagierte unterschiedlich auf unseren Bericht über die neue Kostenexplosion bei der Brücke. Befürworter wie CDU, SPD und Bürgerblock stehen weiter fest zur Brücke: „Sie ist überhaupt die Voraussetzung dafür, dass dieses ganze Gebiet entwickelt werden konnte”, erinnert etwa CDU-Chef Rolf Kersting. Kritiker wie Grüne und FDP sehen sich dagegen bestätigt: „Man sollte die Brücke unvollendet lassen als Mahnmal für Steuergeldverschwendung”, schlagen Friedhelm Klemp (Grüne) und Jochen Hake (FDP) unisono vor. „Leider ist das nicht mehr möglich.”


Bildunterschrift unter einem Foto von einem Brückenaufgang im Bau: Weiterhin teures Streitobjekt: Brücke zur Caroline neu.

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