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aus Westfälische Rundschau: Freitag, 30. April 2010

Kreis prüft Ratskeller-Versäumnisse

Grusel-Haushalt vom Rat verabschiedet

            Von Peter Gräber

Holzwickede.  Einen solchen Haushalt hat die Gemeinde noch nie einbringen müssen, wie gestern im Rat: über 6 Mio. Euro beträgt das Rekorddefizit. Darum muss die Gemeinde nun ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen und bekommt vermutlich einen Nothaushalt, weil Politik und Verwaltung darin nicht aufzeigen können, wie das Defizit bis 2014 abgebaut werden soll.
Schwacher Trost: Die schlechte Haushaltslage ist nicht hausgemacht, wie gestern alle Fraktionen betonten. Sie wollen sich nun in den nächsten Monaten zusammensetzen und weitere Spar- und Sanierungsvorschläge in einem Arbeitskreis erarbeiten. Dass dies nicht einfach wird, deute sich gestern schon an. Wie schon im Hauptausschuss waren sich bis auf die SPD alle einig darin, auch am Stellenplan ansetzen zu müssen. Die Opposition mahnte erneut ein fehlendes Personalkonzept an. Es könne nicht angehen, dass in diesen Zeiten ein Stellenplan noch ausgeweitet und, so FDP-Chef Jochen Hake, „neue Stellen am Rat und der Politk vorbei geschaffen” werden. Minimalkonsens: Der alte Stellenplan 2009 bleibt gültig, über den neuen wird im Arbeitskreis verhandelt. Immerhin: Nachdem die Opposition im Hauptausschuss noch heftig kritisiert hatte, dass die Verwaltung gegen die Absprache den Bund der Steuerzahler (BdSt) als externe Berater noch nicht kontaktiert hatte, meldete Bürgermeister Rother gestern Vollzug: Man habe inzwischen die Zusage, dass der BdSt im Arbeitskreis mitarbeiten wird. Bis auf SPD und Grüne bekräftigten alle Fraktionen im Rat ihre Forderung nach einem Beigeordneten, der dem Bürgermeister zur Seite gestellt werden soll. Die Notwendigkeit dazu hätten zuletzt die Vorgänge um den Ratskeller gezeigt.
Dazu machte Bürgermeister Jenz Rother schließlich noch selbst eine Mitteilung: Er habe sich inzwischen wie angekündigt an Landrat Michael Makiolla in dieser Sache gewandt, der eine zeitnahe Prüfung durch Kreisdirektor Rainer Stratmann bzw. das Rechungsprüfungsamt veranlasst habe. „Bevor das Ergebnis nicht vorliegt, werde ich keine Stellungnahme dazu abgebe”, so Rother.
Die Jungeliste stimmte als einzige gestern gegen den Haushaltsentwurf. Die „Sparpotenziale” seien „nicht ausgeschöpft”.


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