Mobilitätskonzept - Stellungnahme der CDU Holzwickede
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Die Stellungnahme der CDU Holzwickede zum Mobilitätskonzept
Mobilitätskonzept für die Gemeinde Holzwickede
– Stellungnahme CDU-Ratsfraktion –
Die Fraktionen im Rat der Gemeinde Holzwickede wurden im Oktober 2025 gebeten in Vorbereitung des Workshops, der im Januar 2026 stattfindet, Rückmeldungen zu den vorliegenden Folien des Maßnahmen-Workshops zu geben.
Für die CDU-Fraktion werden die Ratsmitglieder Andreas Richwin und Frank Lausmann an diesem Workshop teilnehmen.
Bevor wir zu einer Stellungnahme der einzelnen Maßnahmen kommen, möchten wir einige grundlegende Forderungen und Anmerkungen unserer Fraktion darlegen.
Wir fordern im Bereich Mobilität und Infrastruktur klare Prioritäten.
Für die Planung des Mobilitätskonzepts werden wir Haushaltsmittel in Höhe von 50.000 Euro nur unter der Maßgabe eines priorisierten, realistischen Maßnahmenplans zustimmen.
Die uns von der Planersocietät bereitgestellten Folien sehen wir eher als Fahrrad-Mobilitätskonzept. Der Fahrradverkehr ist ein wichtiger Bestandteil des Mobilitätskonzeptes – aber halt nur ein geringer Teil der gesamten Mobilität. Die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Mobilität für alle Teile der Bevölkerung sollte die Grundlage des Mobilitätskonzeptes sein. Entsprechende Forderungen der Teilnehmer sind in der Szenarien-Bewertung des Ziel- & Szenarien-Workshops vom 08.10.2024 erkennbar. Die Mobilität älterer und kranker Menschen ist zu berücksichtigen.
Für die CDU-Fraktion ist es unumgänglich, dass die Mobilitätswende nicht durch Verbote, sondern durch die Überzeugung der Bürger und attraktive Anreize ermöglich wird.
Die angespannte Haushaltslage bietet zusätzliche Anforderungen an die Planung. Hier müssen für unseren Ort zugeschnittene sinnvolle Maßnahme erarbeitet werden.
Wir sehen beispielsweise den zusätzlichen Einsatz von überdachten Fahrradabstellplätzen am Schulzentrum nicht als zielführend. Haben sich die Planer die Situation vor Ort einmal angeschaut? Die Fahrradabstellanlagen sind schon sehr gut ausgebaut. Den Vorschlag Abstell- und eventuell Lademöglichkeiten der aktuell sehr populären E-Scooter zu schaffen, vermissen wir.
Ein weiteres Beispiel mangelnder Ortskenntnis ist bei der Achse Allee – Nordstr. erkennbar. Auf den dringend notwendigen Austausch des rutschigen, roten Pflasters an der Parkstr. und der Allee, im Sinne eines sicheren Fußgängerverkehrs, finden wir keinen Hinweis. Bei einem Besuch vor Ort wären sicherlich entsprechende Warnschilder für Fußgänger aufgefallen.
In vielen Bereichen unserer Gemeinde ist die Sanierung der Gehwege dringend erforderlich. Dies sollte Priorität bei der Umsetzung dieses Konzeptes haben – dieser Ansatz fehlt uns komplett und muss dringend eingearbeitet werden.
Für die weitere Planung ist eine Begehung der Gemeinde durch die planenden Ingenieure zwingend erforderlich – dann könnten die vorgeschlagenen Maßnahmen auch mit aktuellen Fotos der überplanten Flächen vor Ort belegt werden.
Unser Eindruck von den vorliegenden Vorschlägen ist, dass durch Copy-and-paste Maßnahmen anderer bereits untersuchten Quartiere auf Holzwickede übertragen wurden. Dies ist nicht zielführend für unsere Gemeinde.
Weitere detaillierte Kritikpunkte werden sicher noch in dem Workshop im Januar diskutiert.
Abschließend möchten wir die frühzeitige Beteiligung der Straßenverkehrsbehörde einfordern. Unserer Einschätzung nach sind einige der vorgeschlagenen Maßnahmen in Verbindung mit der Straßenverkehrsordnung nicht umsetzbar.
Auch das Zukunftsparlament ist ein guter Ansprechpartner, wenn es um die Belange der Jugendlichen geht. Die Teilnahme von Vertretern des Zukunftsparlamentes sind sicher eine Bereicherung des Workshops.
Wir möchten im Folgenden auf unsere Anmerkungen der vorgeschlagenen Bausteine kommen:
Sölder Straße:
Die Sölder Straße ist aus unserer Sicht der wichtigste Bereich des Mobilitätskonzeptes. Hier gibt es zahlreiche Bürgerbeschwerden und Anregungen.
Wichtige Rahmenbedingungen sind:
- Verkehrsberuhigung
- Sicherheit der Radfahrer (Fahrradstr.?)
- Erhalt eines Großteils der Parkplätze
- FGÜ ist an einer zu gefährlichen Stelle (Kurve Sölder Str. / Landwehrstr.) geplant
- Rückbau der Sperrfläche Sölder Str. / Breiter Weg ist aus unserer Sicht nicht zielführend
- Anbindung des Wohnparks Emscherquelle an den ÖPNV wird für ein Jahr befürwortet (Kosten: ca. 26k). Das Jahr soll als Probezeitraum angesehen werden.
Billmericher Weg – Goethestr – Parkstr.:
- Forderung: Der Kreisel Goethe-, Friedhofs- und Bahnhofsstr. soll durch die Errichtung von Fußgängerüberwegen gesichert werden – dies ist ein Antrag der CDU-Fraktion. Die Errichtung eines Fußgängerüberweges wurde im Verkehrsausschuss, am 29.10.2025 durch den Vertreter der Kreisverkehrsbehörde als dringend notwendig bezeichnet und einstimmig beschlossen.
- Der Vorschlag zur Umwidmung der Jahnstraße als Fahrradstr. befürworten wir. Wie viele Parkplätze würden in diesem Fall entfallen? Uns erscheint die Nutzung der Jahnstraße insbesondere für Fahrräder als gute Alternative zu den aktuellen Ausbauplänen der Monthanhydraulikstraße, die zukünftig als Zubringer für die geplante Ortumgehen L677n besonders für den motorisierten Verkehr fungiert.
Bahnhofstr.:
- Die Herabsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 wird auf Grund der Nähe zur Freiwilligen Feuerwehr von den Rettungskräften mit Hinblick auf die erhöhten Anfahrtszeiten zur Wache sehr kritisch gesehen.
- Wir begrüßen den Ansatz des Carsharings und ggf. eines Fahrradverleihs, dies ist jedoch keine Aufgabe der Gemeinde, hier müssen externe Partner gefunden werden.
- Die zusätzliche überdachte Fahrradabstellanlage sollte im Rahmen der Bahnhofs-Überplanung im Jahr 2028 durch die DB berücksichtigen werden.
- Die bestehende Fahrradabstellanlagen im Bereich P&R Parkplatz müssen besser gepflegt werden, um Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erhöhen.
Allee - Nordstr.:
- Der Übergang von der Allee in die Nordstr. sollte mit dem Fahrrad ermöglicht werden.
- Rutschiger Untergrund in der Allee (rotes Pflaster): Für Fußgänger nicht tragbar/ sehr gefährlich
Opherdicker Str.:
- Fahrradabstellanlagen bestehen seit Jahren am Schulzentrum.
- Die Regelung einer Hohl- und Bringzone an den Schulen sollten überprüft werden.
Aachener Weg
- Übergang zur Massener Str. muss für Fahrräder und Fußgänger unter Berücksichtigung des neu geplanten Fahrradweges optimiert werden.
- Zufahrtssituation Kleinschwimmhalle/ Aachener Weg muss optimiert und sicherer gestaltet werden.
- Eine Änderung der Verkehrsführung im Aachener Weg erachten wir als nicht notwendig.
Massener Straße:
- Radweg wäre wünschenswert (östliche Seite – beidseitig befahrbar)